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Inka Lange

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Pressemitteilung

"Wiesen und Höfe statt Wiesenhof"-Demonstrant*innen fordern ein Ende von Megaställen und Tierleid

Tierschutzgesetz verbessern / Finanzierung für den Umbau der Tierhaltung endlich bereitstellen

Königs Wusterhausen, 16.9.23. Unter dem Motto „Wiesen und Höfe statt Wiesenhof“ protestierten am Samstag rund 750 Personen am Schlachthof Wiesenhof in Königs Wusterhausen. Aufgerufen vom „Wir haben es satt!“-Bündnis, forderten 37 Organisationen aus Landwirtschaft und Gesellschaft den Abbau von Megaställen und eine deutliche Verbesserung des Tierschutzgesetzes. Zudem ist die Politik aufgefordert endlich die finanziellen Mittel für den dringend notwendigen Umbau der Tierhaltung bereitzustellen. Der Demonstrationszug führte vom Bahnhof Königs Wusterhausen zum Schlachthof im Ortsteil Niederlehme. Im Anschluss fand ein „Fest für die Agrarwende“ mit Workshops, Essen und Konzerten auf der Festwiese Niederlehme statt.

Bündnissprecherin Inka Lange: „Wir haben das Tierleid in Megaställen und die Blockierhaltung von Finanzminister Lindner satt! Hier in Königs Wusterhausen mästet Wiesenhof über 1 Million Hühner – dichtgedrängt und ohne Auslauf. Die Überproduktion in der industriellen Tierhaltung verursacht nicht nur Tierleid, sondern schadet auch Mensch und Umwelt und verdrängt bäuerliche Betriebe. Um in der gesamten Landwirtschaft mehr Tierwohl, Klima- und Umweltschutz zu erreichen, müssen Megaställe abgebaut und das bäuerliche Höfesterben gestoppt werden. Wir fordern wirksame Gesetze für mehr Tierschutz und eine gezielte finanzielle Förderung von bäuerlicher und artgerechter Tierhaltung, bevor die Legislaturperiode in Berlin dem Ende zu geht.“

Pressekontakt:
Julia Güttler, „Wir haben es satt!“-Pressesprecherin, Tel.: 030-28482438,
Mobil: 0151-51245795, E-Mail: presse[at]meine-landwirtschaft[dot]de

 

Statements von Redner*innen der Demonstration:


Ina Müller-Arnke, Expertin für Tiere in der Landwirtschaft bei VIER PFOTEN:

„Megaschlachtfabriken wie die Anlage in Königs Wusterhausen stehen für ein System, in welchem Tiere die ewigen Verlierer sind. Das Tierleid in Deutschland wird durch ein Tierschutzgesetz gedeckt, welches den Namen nicht verdient. Damit muss jetzt Schluss sein! In diesem Jahr steht endlich die Überarbeitung des Tierschutzgesetzes an. Diese Chance muss Landwirtschaftsminister Cem Özdemir jetzt nutzen und das Tierschutzgesetz grundlegend verbessern: Qualzuchtmerkmale müssen definiert, Amputationen an Tieren konsequent verboten und Gesetzeslücken bei Haltungsanforderungen, geschlossen werden. Das Tierschutzstrafrecht muss reformiert sowie Kontrollen erhöht und Verstöße stärker geahndet werden. Für ein echtes Tierschutzgesetz, das Tiere wirklich schützt.“

Elisabeth Waizenegger, AbL-Bundesvorstand:

"Bisher ging es beim Umbau der Tierhaltung um die Schweinemast. Für viele Tierarten wie Geflügelhaltung ist noch überhaupt nicht klar, wie es weitergeht. Das Tierschutzgesetz soll jetzt geändert werden, das bedeutet Ordnungsrecht und damit werden auch Umbauten notwendig. Aber die Betriebsleiter:innen wissen noch gar nicht, wie die Kennzeichnung gestaltet sein wird. Diese vielen Unklarheiten führen zu einem Vertrauensverlust in die Politik. Deshalb ist es wichtig, dass Minister Özdemir zügig Planungssicherheit für die Höfe herstellt. Das betrifft verlässliche Haltungsregeln und langfristige finanzielle Förderung für die Höfe. Erst dann können und werden sich die Bäuerinnen und Bauern auf den Weg machen, umzubauen."

Reinhild Benning, Agrarexpertin der Deutschen Umwelthilfe (DUH):

„Industrielle Hähnchenmast in Deutschland macht krank. Masthühner erhalten immer höhere Dosen an Antibiotika, die als Notfallantibiotika für Menschen bestimmt sind. In der Geflügelindustrie scheitert die freiwillige Antibiotikareduktion, weil Qualzucht und Tierleid in den Mastfabriken so immens ist, dass viele Hühner ohne Überdosis an Antibiotika gar nicht lebend bis zur Schlachtbank gelangen. Bund und Länder müssen sofort eine solide Finanzierung für mehr Tierschutz im Stall sichern und damit die Zukunft der bäuerlichen Tierhaltung und die Erreichung der Ökolandbauziele. Und es braucht einen gesetzlichen Rahmen, der die Wertschätzung für die Tierschutzleistungen der Landwirt:innen auch in Form fairer Verträge und kostendeckender Preise sicherstellt.“

Stig Tanzmann, Referent für Landwirtschaft, Brot für die Welt:

„Strukturen der industriellen Tierhaltung, wie hier in Königs Wusterhausen, sind die Grundlage für Dumpingexporte von Fleischresten nach Afrika. Diese Exporte und Strukturen kritisieren wir zusammen mit unseren Partnern seit 20 Jahren! Denn diese Dumpingexporte zerstören die Ernährungssouveränität. Wie fatal der Verlust der Ernährungssouveränität für den globalen Süden ist, zeigt erneut der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Bundesregierung muss endlich handeln, indem sie weltweit Ernährungssouveränität unterstützt und sich für eine agrarökologische Transformation der Ernährungssysteme der Ernährungssysteme einsetzt. Dies bedeutet auch endlich einen realistischen Rahmen für den Umbau der Tierhaltung zu schaffen.“

Nelia Häuser, Slow Food Youth:

Slow Food Youth setzt sich für eine pflanzenbasierte Ernährung ein, da diese das Wohl der Tiere, unsere eigene Gesundheit und den Erhalt der Biodiversität fördert. Beim Konsum tierischer Produkte sollte eine respektvolle und wesensgerechte Haltung im Mittelpunkt stehen. Neben persönlichen Konsumentscheidungen sind aber vor allem politische Maßnahmen wichtig, welche die Grausamkeiten unseres ausbeuterischen und zerstörerischen Tierhaltungssystems verbieten. Massentierhaltung jetzt stoppen!

Leonie Steinherr, Aktion Agrar:

„Der Geflügelkonzern PHW importiert mit seinem Tochterunternehmen, dem Tierfutterhersteller „MEGA“ massenhaft Soja für die Wiesenhof-Geflügelhaltung. Laut Eigenauskunft zu 100% aus Brasilien - wo Wälder und Savannen abgeholzt und massive Menschenrechtsverletzungen begangen werden. Daher hat Aktion Agrar erst kürzlich die Schiffszufahrt eines MEGA-Futtermittelwerks mit Kajaks blockiert. PHW und seine schädlichen Praktiken müssen sofort gestoppt werden.“

 

Fotos zur kostenfreien Nutzung

Zum Download bitte auf das Bild klicken.

Mehr Fotos im Flickr-Album.

Quellenangabe: Nick Jaussi / www.wir-haben-es-satt.de

Pressemitteilung

„Wir haben Tierfabriken satt!“-Demo am 16.9. zum Schlachthof Wiesenhof in Königs Wusterhausen

„Wir haben es satt!“ Bündnis fordert, Megaställe endlich zu schließen und die bäuerliche und tiergerechte Tierhaltung finanziell zu fördern

Berlin, 04.09.23. Unter dem Motto „Wiesen und Höfe statt Wiesenhof“ rufen 37 Organisationen aus Landwirtschaft und Gesellschaft zur „Wir haben Tierfabriken satt“-Demonstration am 16. September zum Wiesenhof Schlachthof auf, um vor Ort ein Zeichen gegen Konzernmacht und Tierfabriken zu setzen.

In Königs Wusterhausen mästet der Geflügelkonzern Wiesenhof über 1 Million Hühner - dichtgedrängt in Megaställen ohne Auslauf. Täglich werden über 120.000 davon in der konzerneigenen Schlachtfabrik geschlachtet. Die Überproduktion in den Tierfabriken verursacht nicht nur Tierleid. Antibiotikaresistenzen, Emissionen und massive Gülleausträge schaden Mensch, Klima und Umwelt. Hierzulande verdrängen Megaställe bäuerliche Betriebe und auch im globalen Süden zerstören europäische Fleischexporte Existenzen von Bäuerinnen und Bauern.

Das „Wir haben es satt“- Bündnis fordert den sofortigen Abbau von industriellen Megaställen und eine gezielte finanzielle Förderung von bäuerlicher und artgerechter Tierhaltung. Der Abbau von Megaställen ist eine zentrale Stellschraube, um in der gesamten Landwirtschaft mehr Tierwohl, Klima und- Umweltschutz zu erreichen.

Die „Borchert-Kommission“ hat ihre Arbeit niedergelegt und klargestellt, dass der dringend notwendige Umbau der Tierhaltung in Deutschland ohne ausreichende Finanzierung nicht umgesetzt werden kann. Die Bundesregierung sträubt sich allerdings, die finanziellen Mittel bereitzustellen. Immer noch profitieren kleinbäuerliche Weidebetriebe am wenigsten von der staatlichen Förderung.

Das „Wir haben es satt!“-Bündnis fordert die Ampelkoalition auf, die erforderlichen finanziellen Mittel für den Umbau der Tierhaltung bereitzustellen und Bäuerinnen und Bauern eine wirtschaftliche Perspektive zu bieten.


Terminhinweise:

Podiumsdiskussion: „Zukunftsfähige Nutztierhaltung – wie erreichen wir das?“

Zeit:    Freitag, 15. September 2023, 19.30 Uhr
Ort:     Festwiese Niederlehme, Dorfanger 1, 15751 Königs Wusterhausen (bei Berlin)

„Wir haben Tierfabriken satt!“-Demonstration zum Wiesenhof-Schlachthof

Zeit:    Samstag, 16. September 2023, ab 12.00 Uhr
Ort:     Bahnhof Königs Wusterhausen

Ab 13:45 Uhr: Abschlusskundgebung am Wiesenhof-Schlachthof in Niederlehme.

Ort: Wiesenhof-Schlachthof, Am Möllenberg 17-18, 15713 Königs Wusterhausen
Im Anschluss: „Tanzen, essen und spannenden Workshops lauschen - Fest für die Agrarwende“ auf der Festwiese Niederlehme

Weitere Informationen zu Demo und Camp

 

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Pressemitteilung

„Hof mit Zukunft“: „Wir haben es satt!“-Bündnis bringt junge Aktivist*innen auf Bauernhöfe in ganz Deutschland

Klima-, Tier- und Umweltschutz trifft Landwirtschaft – ein Wochenende auf dem Bauernhof (15.-18.6.) / Agrarwende-Bündnis fördert Dialog zwischen Stadt und Land

Berlin/bundesweit, 25.05.23. Auf rund 30 landwirtschaftlichen Betrieben im gesamten Bundesgebiet findet in drei Wochen „Hof mit Zukunft“ statt. Junge Aktivist*innen aus dem Klima-, Tier- und Umweltschutz verbringen dabei ein Wochenende auf dem Bauernhof. Konkret heißt das: Anpacken, diskutieren und zusammen mit den Bäuerinnen und Bauern Forderungen für eine zukunftsfähige Agrarpolitik entwickeln. Das „Wir haben es satt!“-Bündnis, das regelmäßig viele Tausende für die Agrarwende auf die Straße bringt, will mit diesem spannenden Format den Austausch zwischen Jung und Alt und Stadt und Land fördern.

Zwei Tage lang helfen die jungen, politisch engagierten Menschen beim Alltagsgeschäft auf biologisch und konventionell wirtschaftenden Höfen mit. Dahinter steht die Idee: Beim gemeinsam die Hände dreckig machen lernt man sich am besten kennen. Statt auf vermeintliche Gegensätze oder etwaige Vorurteile zu schauen, geht es darum herauszufinden: Wo überschneiden sich die Interessen von Landwirt*innen, die Tag für Tag für gutes Essen auf unseren Tellern sorgen, mit denen der Aktivist*innen.

Bei #HofMitZukunft werden unter anderem folgende Fragen diskutiert: Wie sieht die Realität auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aus? Wie klappt der Umbau der Landwirtschaft und was muss sich politisch ändern, damit die Höfe eine gute Zukunft haben? Wie können wir Land-wirtschaft, Artenvielfalt und Klimaschutz wieder in Einklang bringen? Welche Verantwortung haben die Konsument*innen bei all dem?

Termininformation:

Hof mit Zukunft – Aktivismus trifft Landwirtschaft

Wann:  15.-18. Juni 2023

Wo:      auf rund 30 Höfen in ganz Deutschland (Kartenübersicht)

Weitere Infos

Video-Rückblick Hof mit Zukunft ´22

Über Ihre Berichterstattung – im Vorfeld und vor Ort – freuen wir uns! Gerne vermitteln wir Kontakte zu teilnehmenden Landwirt*innen und Aktivist*innen. Geeignete Tage für Hofbesuche sind präferiert Samstag, der 17. Juni oder alternativ Freitag, der 16. Juni. Sprechen Sie uns gerne jederzeit an!

 

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„Wir haben es satt!“-Demo: 10.000 fordern sozial gerechte Agrarwende und gutes Essen für alle

Breites Bündnis aus Landwirtschaft und Gesellschaft fordert Umverteilung, damit Agrarwende und gutes Essen für alle klappen

Berlin, 21.01.23. Bauernhöfe unterstützen, Insektensterben und Klimakrise stoppen, artgerechte Tierhaltung statt Megaställe und gutes Essen für alle – das fordern 10.000 Menschen bei eisigen Temperaturen zum Auftakt der „Grünen Woche“ bei der „Wir haben es satt!“-Demonstration in Berlin. „Wir erwarten deutlich mehr von Agrarminister Özdemir und der Bundesregierung, das war zu wenig ambitioniert, zu mutlos und zu langsam“, sagt Bündnis-Sprecherin Inka Lange mit Blick auf ein Jahr Agrar- und Ernährungspolitik der Ampel-Koalition. „Olaf Scholz‘ selbsternannte Fortschrittskoalition blockiert die Agrarwende. Das Höfesterben geht weiter, das 1,5-Grad-Ziel wurde beerdigt und trotz enormen Reichtums können sich bei uns viele Menschen keine gesunden, umweltgerecht hergestellten Lebensmittel leisten.“

Die Lage ist ernst: Jeden Tag schließen hierzulande im Schnitt zehn landwirtschaftliche Betriebe und für Konzerninteressen wird in Lützerath die Klimakrise weiter angeheizt. Weltweit hungert mittlerweile jeder zehnte Mensch, während 95 Energie- und Lebensmittelkonzerne ihre Gewinne im letzten Jahr mehr als verdoppelt haben. Nach einem Jahr im Amt ist die Schonzeit für Minister Özdemir vorbei. Die Menschen verlangen mehr Tempo beim sozial gerechten Umbau der Landwirtschaft. Als Ernährungsminister muss Özdemir dafür sorgen, dass auch Menschen mit wenig Geld Zugang zu guten Lebensmitteln haben.

„2023 muss die Regierung die sozial gerechte Agrar- und Ernährungswende voranbringen. Denn eine gute Zukunft geht nur sozial und ökologisch”, so Lange. „Konkret fordern wir: eine Übergewinnsteuer auch für Agrar- und Lebensmittelkonzerne, die Mehrwertsteuer bei Obst und Gemüse auf Null senken, viel mehr Unterstützung für Menschen mit wenig Geld, eine Vermögensabgabe für Superreiche sowie gerechte und klimaschonende Agrarsubventionen.“

Artgerechte Tierhaltung, mehr Insekten- und Klimaschutz auf den Höfen, die notwendige Erhöhung des Bürgergeld-Regelsatzes um mindestens 250 Euro – das alles kostet und dafür muss Finanzminister Lindner die Mittel freigeben. Das Geld ist da. Es konzentriert sich aller­dings in den Händen weniger Milliardär*innen. 81 Prozent der Vermögensgewinne aus den Jahren 2020 und 2021 gingen auf das Konto des obersten Prozents in Deutschland. Konzerne dürfen nicht länger von Krisen profitieren, dafür brauchen wir gerechte Steuern. Die Demonst­ration steht unter dem Titel: „Wir haben Krisenprofite satt! Gutes Essen für alle – statt Profite für wenige“.

Karen Stubbemann, Bäuerin aus Niedersachsen, die mit dem Trecker angereist ist, sagt: „Wir Bäuerinnen und Bauern ziehen mit der Gesellschaft an einem Strang, aber die Politik muss endlich planbare Rahmenbedingungen für den Umbau der Landwirtschaft vorgeben. Wir brauchen wirtschaftliche Perspektiven, die eine klima- und umweltschonende Bewirtschaf­tung und den Umbau der Tierhaltung ermöglichen. Die Agrarsubventionen müssen gerecht verteilt und an ökologische und tiergerechte Kriterien gebunden werden. Und wir brauchen ein klares Bekenntnis gegen Gentechnik auf Acker und Teller.“

Schon am Vormittag übergaben die Bäuerinnen und Bauern, die mit ihren Traktoren nach Berlin gekommen waren, eine Protestnote an Özdemir und die rund 80 versammelten Agrar­minister*innen der Welt. Zudem fand der „6-Punkte-Plan für gutes Essen für alle“ seinen Adressaten im Agrarminister. Über 100 Organisationen – von Landwirtschaft über Umwelt- und Sozialverbänden bis zu Gewerkschaften und Erwerbslosen-Initiativen – fordern von der Bundesregierung höhere Sozialleistungen, faire Erzeuger*innenpreise und gute Löhne.

Aufgerufen von 60 Organisationen gehen bei der „Wir haben es satt!“-Großdemonstration seit 2011 viele Tausende gegen die Agrarindustrie und für eine zukunftsfähige Landwirtschaft auf die Straße. Konventionelle und Öko-Bäuer*innen demonstrieren im Schulterschluss mit der Gesellschaft gegen die fatalen Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft. Gemeinsam zeigt das Bündnis Wege für eine bäuerliche Landwirtschaft auf, die auf breite Zustimmung in der Bevölkerung treffen und den Bauernhöfen wirtschaftliche Perspektiven bieten.

Fotos zur kostenfreien Verwendung weiter unten.

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Christian Rollmann
„Wir haben es satt!“-Pressesprecher
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Statements von Redner*innen

Tobias Schied, Jungbauer, Fridays for Future:

„Die Klimakrise betrifft uns als Bäuer*innen sehr direkt, Wiesen und Äcker vertrocknen. Im Globalen Norden sind wir durch unsere Agrar- und Klimapolitik direkt dafür verantwortlich, das muss ein Ende haben. Zerstörerische Profite dürfen nicht länger über Menschen, Tiere und Ökosysteme gestellt werden, wir brauchen die klimagerechte Agrarwende jetzt!“

Lisa Reichmann, Kampagnenleiterin bei Campact:

„Cem Özdemir sucht die guten Bilder – das Ferkel im Arm oder inmitten von Kühen. Was der Minister nicht liefert, sind konkrete Taten und Gesetze. Die Agrarwende braucht aber einen Bundeslandwirtschaftsminister, der anpackt, d.h. sich einsetzt für weniger Pestizide, mehr Lebensmittel auf dem Teller statt im Tank und eine Mittelverteilung nach ökologischen Krite­rien.”

Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland:

„Soziale und ökologische Fragen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir fordern, dass jeder Mensch die Mittel zur Verfügung haben muss, sich ausgewogen, gesund und nach­haltig zu ernähren. Sozialleistungen und Einkommen müssen hoch genug sein, um sich an der sozial-ökologischen Agrar- und Ernährungswende beteiligen zu können.“

Elisabeth Fresen, Bundesvorsitzende der AbL und Bäuerin in Niedersachsen:

„Auf vielen Höfen herrscht existenzielle Not: zu wenig Einkommen bei steigenden Kosten, hohe Arbeitsbelastung und bedrohte Ernten durch Extremwetter. Jeden Tag verlieren wir Höfe. Von Agrarminister Özdemir verlangen wir deshalb, den überfälligen Umbau der Land­wirtschaft zügig und sozial gerecht anzugehen. Die Konzepte liegen vor und werden von Bäuer*innen, Umweltschutz und Gesellschaft getragen. Worauf warten Sie?“

Sefu Sani, World March of Women (Kenia):

„Ich fordere das Recht auf Nahrung und Landwirtschaft für die ländliche Bevölkerung, Bäuer*innen, Indigene und alle Menschen, denen Land geraubt wurde. Wir brauchen eine Transformation der Ernährungssysteme, das Ende der Abhängigkeit vom Norden und echte Ernährungssouveränität durch agrarökologische und regionale Märkte. Die Politik muss sich an den am stärksten Benachteiligten ausrichten, nicht an Entwicklungshilfegeber*innen oder Investor*innen.“

Myriam Rapior, stellvertretende Bundesvorsitzende Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND):

„Der Einstieg in den Umbau der Tierhaltung liegt auf dem Tisch. Damit es den Tieren hier besser geht und Bäuer*innen ein faires Einkommen bekommen, braucht es aber mehr Geld. Und für Klima und Umwelt: weniger Tierhaltung. Das nutzt auch Menschen und Natur in den Ländern, aus denen momentan unser Tierfutter kommt.“

Edward Mukiibi, Präsident von Slow Food International:

„Die industrielle Tierhaltung in westlichen Ländern und Asien trägt maßgeblich zur aktuellen Klimakrise und zum Dumping ungesunder tierischer Lebensmittel in Afrika durch bilaterale Handelspolitik bei. Sie zwingt lokale Produktionssysteme in die Knie und untergräbt die Bemühungen dieser Länder um Ernährungssouveränität.“

Patrick Müller von PROVIEH:

„Tiere brauchen ein artgemäßes Leben! Wir müssen die Tierhaltung endlich an die Bedürf­nisse der Tiere anpassen, statt immer wieder die Tiere an die Haltungssysteme anzupassen. Das aktuelle System ist gesellschaftlich nicht akzeptiert, wir überschreiten massiv planetare Grenzen und viele der sogenannten Nutztiere leiden. Deshalb sind der Umbau der Tierhaltung und eine Reduzierung der Tierzahlen dringend notwendig!“

Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des Bio-Spitzenverbands Bund Ökologische Lebensmit­telwirtschaft (BÖLW):

„Die großen Krisen, der Klimawandel und das Artensterben kosten uns 90 Milliarden Euro ökologische Folgeschäden im Jahr! Und wenn wir nichts tun, kosten sie uns die Welt. Wir müssen jetzt handeln: Ökologische Landwirtschaft ist der Weg, um auch in Zukunft klima- und generationengerecht gesunde Lebensmittel für alle zu erzeugen. Ohne Pestizide, frei von Gentechnik, mit dem höchsten Tierwohl und innerhalb der planetaren Grenzen.“

Ahmad Rahal, Arzt aus Paraguay und aktiv bei Aktion Agrar:

„80 % der Ackerflächen Paraguays sind mit Soja bepflanzt, damit in Europa Millionen von Tieren volle Futtertröge haben. Nach wie vor kommen Agrotoxine zum Einsatz, die in Europa längst verboten sind. Eine Studie, die ich mit meiner Universität durchgeführt habe, zeigt, dass fast die Hälfte der Kinder zwischen fünf und zehn Jahren in den Sojaanbaugebieten geneti­sche Veränderungen haben. Das muss aufhören.“

Reinhild Benning, Landwirtin und Agrarexpertin der Deutschen Umwelthilfe (DUH):

„Wir sehen gerade, wie krisenanfällig globale Lieferketten und wie wertvoll regionale und agrarökologisch hergestellte Lebensmittel sind. Erzeuger*innenpreise und Löhne der Beschäftigten in der Landwirtschaft sind aber oft zu niedrig. Gleichzeitig sind immer mehr Menschen auf Tafeln angewiesen. Der Staat muss für eine faire Verteilung der Wertschöpfung und mehr Nachhaltigkeit in den Lieferketten sorgen.“

 

 

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Fotos zur kostenfreien Nutzung

Fotos von der "Wir haben es satt!"-Demo am 21.1.23 zur kostenfreien Nutzung gegen Angabe der Quelle. Zum Download bitte auf das Bild klicken.

Quelle: Nick Jaussi/www.wir-haben-es-satt.de

Pressemitteilung

PK-MITSCHNITT

„Worten müssen Taten folgen“: Özdemir muss sozial gerechte Agrarwende und gutes Essen für alle vorantreiben

Aufruf zur „Wir haben es satt!“-Großdemonstration am 21.1. / „6 Punkte-Plan für gutes Essen für alle“: Forderungspapier an die Bundesregierung vorgestellt

Berlin, 16.1.23. Wenige Tage vor der großen „Wir haben es satt!“-Demonstration am 21. Januar fordert ein breites Bündnis aus Landwirtschaft und Gesellschaft von der Bundesregierung, das Höfe- und Insektensterben zu stoppen, die Klimakrise ernsthaft zu bekämpfen und gutes Essen für alle sicherzustellen. Auf einer Pressekonferenz in Berlin kritisieren Bündnis-Vertreter*innen, dass Agrarminister Cem Özdemir zu wenig für den notwendigen Umbau der Landwirtschaft und die sozial gerechte Ernährungswende unternimmt.

Zeitgleich wurde der „6-Punkte-Plan für die sozial gerechte Agrarwende und gutes Essen für alle“ vorgestellt. Über 100 Organisationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen – von Landwirtschaft über Umwelt- und Sozialbereich, Gewerkschaften und Lebensmittelhandwerk bis hin zu Erwerbslosen-Initiativen – appellieren an die Bundesregierung, das Grundrecht auf umweltgerecht hergestelltes Essen umzusetzen, faire Erzeuger*innenpreise zu ermöglichen und gute Löhne zu sichern.

„Gutes Essen für alle – statt Profite für wenige!“ lautet das Motto der Demonstration, bei der am Samstag zum Auftakt der Grünen Woche wieder viele Tausende auf die Straße gehen. Nach zwei Jahren pandemiebedingt kleinerer Aktionen demonstrieren Bäuer*innen, Imker*innen, Bäcker*innen gemeinsam mit Konsument*innen für eine bäuerliche Landwirtschaft, artgerechte Tierhaltung, Artenvielfalt, konsequenten Klimaschutz, gentechnikfreie Lebensmittel und eine Beendigung des globalen Hungers.

Inka Lange, Sprecherin des „Wir haben es satt!“-Bündnisses, sagt:

„Gutes Essen hat seinen Preis und alle Menschen müssen sich gutes Essen leisten können. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie den Zugang zu gesunden und umweltgerecht hergestellten Lebensmitteln für alle Menschen sicherstellt. Ein gutes Zusammenleben geht nur sozial und ökologisch. Deswegen brauchen wir mehr Tempo bei der sozial gerechten Agrar- und Ernährungswende.“

Helga Röller
, ehrenamtlich aktiv bei der Nationalen Armutskonferenz, sagt:

„Armut macht krank, das ist der Skandal. Menschen ohne oder mit geringem Einkommen müssen sich gesund und umweltgerecht ernähren können. Der Regelsatz der Grundsicherung liegt weit unter dem Lebensnotwendigen. Die Lücke von über 250 Euro muss geschlossen werden. Armutsfest werden müssen auch Mindestlohn, Tariflöhne und Renten.“

Georg Janßen
, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), sagt:

„Das Höfesterben geht ungebremst weiter und Agrarminister Özdemir schaut dabei wie seine Vorgängerin einfach zu. Er muss sich den Interessen der Agrarindustrie entgegenstellen und bäuerlichen Betrieben eine Zukunftsperspektive geben. Wir Bäuerinnen und Bauern sind bereit. Wir brauchen faire Erzeugerpreise und klare politische Leitlinien, dann klappt der Umbau der Landwirtschaft hin zu mehr Klima- und Tierschutz.“

Jörg Andreas Krüger vom Naturschutzbund (NABU) sagt:

„Es gibt in Deutschland genügend Landwirtschaftsfläche, um die Menschen gerecht mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen, ohne dass die Natur zerstört und das Klima weiter angeheizt wird. Dafür müssen landwirtschaftliche Produkte aber auf unseren Tellern landen, nicht im Trog oder Tank. Wenn wir aufhören, Flächen im großen Stil für die Tierfutterproduktion zu nutzen, können wir unsere Ernährung sichern und Natur und Klima schützen.“

Martin Kaiser von Greenpeace sagt:

„Landwirtschaftsminister Özdemir hat die Herausforderungen der Landwirtschaft immer wieder klar benannt. Jetzt müssen seinen Worten Taten folgen. Statt den klimaschädlichen Konsum von Fleisch- und Milchprodukten durch die ermäßigte Mehrwertsteuer auch noch staatlich zu fördern, sollten pflanzliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer befreit werden.“

 

Hintergrund:
Die „Wir haben Agrarindustrie satt!“-Demonstration wird von Tausenden Bäuerinnen und Bauern – konventionell und bio – getragen, von denen etliche mit ihren Traktoren aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen. Zusammen mit 60 Organisationen aus der Gesellschaft treten sie für eine Landwirtschafts- und Lebensmittelpolitik ein, in der Bauernhöfe faire Preise für ihre Lebensmittel erhalten und sich alle Menschen gesund ernähren können.

Die Demonstration am 21. Januar beginnt um 12 Uhr am Brandenburger Tor. Auf der Bühne sprechen Edward Mukiibi (Slow Food International, Uganda), Maria Loheide (Diakonie Deutschland), Sefu Sani (World March of Women, Kenia), Helga Röller (nak) sowie Traktor-Fahrer*innen, Umweltschützer*innen und viele mehr. Alle Menschen, die sich für gute Landwirtschaft und gesundes Essen einsetzen, sind herzlich willkommen.

Weitere Informationen:www.wir-haben-es-satt.de

 

Für Rückfragen:

Inka Lange, “Wir haben es satt!“-Sprecherin, Mobil: 0163-1846765 ,
E-Mail: lange[at]meine-landwirtschaft[dot]de

Helga Röller, ehrenamtlich aktiv bei der Nationalen Armutskonferenz (nak),
Mobil: 0152-53847200, E-Mail: armutskonferenz[at]diakonie[dot]de

Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Mobil: 0170-4964684, E-Mail: janssen[at]abl-ev[dot]de

Jörg-Andreas Krüger, NABU-Präsident, Kontakt über Pressestelle, Mobil: 0152-59189658, E-Mail: julian.bethke[at]nabu[dot]de

Martin Kaiser, Geschäftsführender Vorstand Greenpeace Deutschland, Kontakt über Pressestelle, Mobil: 0160-4339100, E-Mail: nina.kloeckner[at]greenpeace[dot]org

 

Terminübersicht:

  • Freitag, 20.01.23, ab 18 Uhr: „Schnippeldisko – Topf, Tanz, Talk“. Hunderte Engagierte kochen bei Vorträgen und Musik eine leckere Suppe für die Demonstration. Ort: Festsaal Kreuzberg, Am Flutgraben 2, 12435 Berlin.
  • Samstag, 21.01.23, ab 8 Uhr: Traktor-Demonstration vom StadtGut Blankenfelde (Hauptstr. 24-30, 13159 Berlin-Pankow) zum Agrarministergipfel (s.u.).
    Gerne vermitteln wir schon im Vorfeld Interviews mit Bäuerinnen und Bauern, die mit dem Traktor aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen.
  • Samstag, 21.01.23, 10:15 Uhr: Übergabe der bäuerlichen Protestnote an Minister Özdemir beim Agrarministergipfel (Auswärtiges Amt, Werderscher Markt 1, 10117 Berlin).
  • Samstag, 21.01.23, ab 12 Uhr: „Wir haben Agrarindustrie satt!“-Großdemonstration. Motto: „Gutes Essen für alle – statt Profite für wenige!“ Ort: Brandenburger Tor, Platz des 18. März, 10117 Berlin. Abschlusskundgebung ab ca. 14.30 Uhr am Brandenburger Tor.

 

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